Kontakt
Tierverhaltenstherapie
Problemverhalten
Qualifikation
Literatur
Lageplan
Links für Tierärzte
Links für Tierbesitzer
 

Tierverhaltenstherapie
 


 

Auszug aus meinem Leistungsspektrum:

Zieltierarten:
  Hund, Katze, Kaninchen

• Fragebogen zur Erstanamnese

• Hausbesuch

• Ausführlicher schriftlicher Befundbericht und Therapieplan mit detaillierten Einzelschritten

• Einzeltraining bei Hunden

• Homöopathie, Bach-Blüten, Pheromone, Psychopharmaka

• Vorträge
 

Wieso brauchen unsere Haustiere eine Tierverhaltenstherapie und was genau stellt sie dar?

Die Tierverhaltenstherapie ist ein relativ junges Fachgebiet in Deutschland. 
Vor ca. 30 Jahren hat sie ihren Ausgang in den USA genommen und ist über Großbritannien nach Deutschland gekommen. Die ersten Tierverhaltenstherapeuten in Deutschland haben ihre Ausbildung noch in England absolviert.

Inzwischen gibt es auch in Deutschland eine etablierte Weiterbildungsordnung für Tierärzte. Die Zusatzbezeichnung Tierverhaltenstherapie ist, im Gegensatz zur Tierpsychologie, ein geschützter Begriff und Tierärzten vorbehalten.

Tiere haben wie wir Menschen Gefühle, Stimmungen, Ängste, Lern- und Erkenntnisvermögen, alterungsbedingten Gedächtnisverlust etc, aus denen psychische Probleme und Erkrankungen resultieren können. Eine nicht artgerechte Aufzucht und/ oder Haltungsbedingungen, oder falscher Umgang mit den Tieren können zu Verhaltensauffälligkeiten führen.

Dabei ist zwischen unerwünschtem Problemverhalten und den eigentlichen Verhaltensstörungen zu unterscheiden. 

Ein unerwünschtes Verhalten ist dem Normalverhalten der Tiere zuzuordnen, bereitet aber bei Haltung und Nutzung den Tierhaltern Probleme. Dazu zählen z.B. unerwünschtes Bellen bei Hunden oder das Abwehrverhalten von Pferden beim Verladen.

Eine Verhaltensstörung weicht vom Normalverhalten ab und zeugt von einem erheblichen Leidensdruck der Tiere. Phobien und Angstzustände, Depressionen oder Hyperaktivität, Störungen des Sozialverhaltens, Zwangsstörungen oder altersbedingte Abbauerscheinungen werden hier aufgeführt.

Verhaltensauffälligkeiten haben nicht nur Einfluss auf das Befinden des Tieres und seine Beziehung zum Besitzer, sondern auch auf die Gesellschaft, die sich z.B. durch ständiges Bellen gestört fühlt oder auch durch aggressives Tierverhalten gefährdet ist.

Ohne Verhaltenstherapie gehört die Euthanasie mit zu den häufigsten Todesursachen bei Verhaltensauffälligkeiten von Hund und Katze. 

Die Tierverhaltenstherapie versucht, Verhaltensprobleme im Idealfall zu lösen. Häufig bringt eine Modifizierung des Verhaltens aber schon eine entscheidende Verbesserung des Leidensdruckes von Tier und Mensch. In sehr vielen Fällen kann die Euthanasie verhindert werden.
 
 

Ohne Diagnose keine Therapie!

Um zu einer verhaltenstherapeutischen Diagnose zu gelangen, sind viele Kenntnisse und Fähigkeiten vonnöten.

Voraussetzung für die Beurteilung eines gestörten Verhaltens sind natürlich die Kenntnisse über das Normalverhalten einer jeden Tierart, der so genannten Ethologie oder Verhaltenskunde. Vielen von uns ist sicher Konrad Lorenz ein Begriff, der diese Wissenschaft bekannt gemacht hat und der als Mutterersatz mit seinem Gänsekind Martina durch die Donauauen gewandert ist. Er hat bei diesem Experiment z.B. nachgewiesen, dass Jungtiere in ihrer frühen Jugend auf Lebewesen und Objekte geprägt werden.

Für jedes Tier gibt es Ethogramme, das ist die Summe aller Verhaltensweisen bei dieser Tierart. Um Normalverhalten wissenschaftlich zu untermauern, bedarf es einer Vielzahl von vergleichenden Beobachtungen. Nicht umsonst ist die Ethologie ein eigener Wissenschaftszweig, der viel Geduld und eine feine Beobachtungsgabe erfordert. 
Ohne genaue Kenntnis des Ethogramms kann nicht zwischen physiologischem und pathologischem Verhalten unterschieden werden. Zucken im Schlaf beim Hund oder Lippenschlecken in Konfliktsituationen gehören zum Normalverhalten und haben keine organische Erkrankung als Ursache.

Das Wissen um rassespezifische Besonderheiten, die so genannte Kynologie oder Rassekunde, ist notwendig, um Verhalten als normal oder bereits gestört einzustufen.

Um ein Tier in seinem Gesamtverhalten zu beurteilen, sind nicht nur fundierte ethologische und kynologische Kenntnisse notwendig, sondern auch eine feine Beobachtungsgabe und Einfühlungsvermögen, Eigenschaften, die man nur bedingt erlernen kann.

Voraussetzung für eine exakte verhaltenstherapeutische Diagnose ist die Abklärung von körperlichen Erkrankungen. Bei ca. 30% der Patienten sind organische Probleme teilweise oder ganz die Ursache für das Verhaltensproblem oder Verhaltensstörungen. Andererseits kann aber auch pathologisches Verhalten zu organischen Symptomen führen. Ohne dieses Wissen und ohne Schmerzausschaltung z.B. ist keine Tierverhaltenstherapie erfolgreich.

Aus diesem Grund ist die Tierverhaltenstherapie besonders gut bei Tierärzten aufgehoben, da diese über ein fundiertes tiermedizinisches Fachwissen verfügen.
 
 

Was passiert in einer verhaltenstherapeutischen Sprechstunde?

Vor einer Verhaltenstherapie müssen organische Ursachen und Krankheiten ausgeschlossen werden. Die klinische Untersuchung erfolgt durch und eine evtl. notwendige medikamentöse Therapie in Absprache mit Ihrem Haustierarzt.

Die eigentliche verhaltensmedizinische Konsultation dauert 1 – 2 Stunden und erfolgt bei Ihnen zuhause.
Das Honorar richtet sich nach dem Zeitaufwand und erfolgt nach der Gebührenordnung für Tierärzte.

Die Erstkonsultation beinhaltet eine genaue Befunderhebung, Diagnose und Prognose, einen schriftlich ausgearbeiteten Therapieplan sowie erste Anleitungen zur Behebung Ihres Problems.

Durch Beobachtung des Tieres in seinem natürlichen Umfeld und genaue Befragung zur Aufzucht, den Haltungsbedingungen und zu den Verhaltensauffälligkeiten versuche ich, mit Ihnen zusammen alle Befunde zum Verhalten und Befinden Ihres Tieres zusammenzutragen und eine genaue Diagnose zu stellen. Diese ist Grundlage für den zu erstellenden Therapieplan und gibt Auskunft über die Prognose.
 
 

Wie sieht eine Tierverhaltenstherapie aus?

Es gibt viele therapeutische Ansätze, die meistens frei miteinander kombiniert werden können.

Zum einen kann schon über eine Änderung der Haltungsbedingungen und den Einsatz richtiger Erziehungsmethoden eine Verbesserung der Probleme erreicht werden. Ganz wichtig sind Kenntnisse über das Lernverhalten von Tieren.

Bei all unseren Haustieren hat die Rangordnung im Sozialverband eine mehr oder weniger große Bedeutung. Bei dieser Rangordnung spielt der Mensch eine große Rolle, ohne dass er sich manchmal darüber im Klaren ist.

Unsere Hunde z.B. brauchen einen Rudelführer, der das Rudel zur Jagd führt, gewisse Privilegien genießt, der seine Position aber auch ständig behaupten muss, wenn auch auf sehr subtile Art. Sie haben eine feine Gestik und Mimik entwickelt, um sich gegenseitig verständigen zu können. Diese Fähigkeit hilft, Missverständnissen und gefährlichen Rangauseinandersetzungen aus dem Weg zu gehen. Je mehr gesunde Individuen im Rudel leben, umso größer ist ihre Überlebenschance.

Katzen gehen alleine auf die Jagd und sind eher Einzelgänger und Individualisten. Sie brauchen nicht unbedingt Sozialpartner zum Überleben, außer natürlich bei ihrer Vermehrung.

Pferde fühlen sich nur im Sozialverband wohl. Sie sind Herdentiere, die bei Gefahr fliehen. Futter muss nicht im Rudelverband erjagt werden, es steht zur freien Verfügung. Trotzdem gibt es einen Leithengst und eine Leitstute, an denen sich die Tiere willig orientieren. 

Tiere sind keine Menschen! Häufig werden Tiere wie Menschen behandelt und Verhalten menschlich interpretiert. Das führt zu folgenschweren Missverständnissen bis hin zu Verhaltensstörungen. 

Eine Verhaltensmodifikation, d.h. eine Änderung des Verhaltens und der emotionalen Grundhaltung des Tieres kann mit Desensibilisierung (Gewöhnung an den auslösenden Reiz durch Steigerung der Reizintensität) und Gegenkonditionierung (Änderung von Verhalten und/ oder Stimmungslage des Tieres) erzielt werden.

Es gibt auch Hilfsmittel, die die Arbeit und Kommunikation mit Tieren verbessern können. Ein Maulkorb ist manchmal notwendig, um am Anfang der Verhaltenstherapie keine unnötigen Risiken eingehen zu müssen. Ein Kopfhalfter wie das Halti leistet – richtig angewendet – gute Dienste bei der Leinenführigkeit. Halsbänder wie das Master Plus lenken den Hund durch einen unangenehmen Luftstoss von unerwünschtem Tun ab.

Sehr hilfreich sind alternative Heilverfahren wie Bachblüten oder Homöopathie.
Auch Heilpflanzen oder Ergänzungen zum Futter (Aminosäuren, Vitamine) sind nebenwirkungsarme Therapieformen.

Für Katzen und Hunde gibt es beim Tierarzt Pheromonpräparate, die den emotionalen Zustand eines Tieres positiv beeinflussen. Es handelt sich dabei um synthetische Hormone, die normalerweise von den Tieren an die Umwelt abgegeben werden und als Botenstoffe zwischen den einzelnen Individuen fungieren. Sie haben einen beruhigenden Effekt und beeinflussen beim Gegenüber Stimmung, Emotion und Verhalten.

Als ultima Ratio verwende ich pflanzliche oder synthetische Psychopharmaka.
Diese dienen nicht dazu, ein Tier ruhig zu stellen. Vielmehr sind sie oft die einzige und vor allem die schnellste Möglichkeit, einem an einer psychischen Erkrankung leidenden Tier zu helfen. Seine Lernfähigkeit wird wieder hergestellt, wenn der Leidensdruck nachlässt. Wir alle haben vielleicht schon einmal die Erfahrung gemacht, dass wir starr vor Angst waren und in diesem Moment unfähig zu reagieren. 
Mit Psychopharmaka kann man u. U. solche Blockaden lösen. Das setzt aber eine genaue Diagnose, die richtige Mittelwahl und einen sehr verantwortungsbewussten Umgang mit der ganzen Problematik voraus. 
 

Letzter Eintrag 18.05.06